„69“ sollte kein Renteneintrittsalter sein!

rente sinkend

Die Rente ist sicher!
– Norbert Blüm –
Aber, ab welchen Alter und zu welchem Preis?
Jüngste Veröffentlichungen der Bundesbank lassen empörendes resultieren – demnach soll bis zu 50 Jahre gearbeitet werden, Welche dann wiederum mit einem Rentenniveau von SATTEN +++ 44% +++ des durchschnittlichen Einkommens belohnt wird.
Niemand hat die Absicht, Renten zu zahlen! (Nur passiert dies leider wirklich nicht)

 

Wissenswertes:
Wussten Sie, dass der Mensch hinter seinen Aussagen steht, sofern er beim Sprechen mit der Hand gestikuliert, mit der er üblicherweise im Alltag tätig ist?
Verwendet man die andere Hand, „bezweifelt“ man die Aussage.
Norbert Blüm ist Rechtshänder, kurz bevor er den oben zitierten Satz aussprach, wechselte seine Gestik von der Rechten zur linken Hand.
Sie verstehen.

 


Ich bin mit 21 Jahren noch weit vom Rentenalter entfernt, doch wenn ich fast täglich mit der Rentenpolitik konfrontiert werde, verinnerlichen muss, immer länger arbeiten zu müssen, bevor ich überhaupt zu Arbeiten begonnen habe und für immer mehr Arbeitsjahre immer weniger zu bekomme,
so spreche ich mir selbst das Recht zu, mich in die Rentendebatte einzumischen.
Einige Kritiker werden an dieser Stelle möglicherweise gegen mich wettern und sich lautstark zu Wort melden,
wie ich es wagen könnte über Rente zu sprechen, wenn ich doch noch nicht einmal von Arbeit „wirklich Ahnung“ habe.
Weil es „demotivierend“ ist, täglich hören zu müssen, dass sich der baldig zu erbringende Fleiß im Alter nicht auszahlen wird, dann überhaupt mit der Arbeit zu beginnen – deshalb!
Den Medien, des Demographischen Wandels und der periodisch versagenden Rentenreformen jedoch sei demnach Dank, dass auch ich mich mit 21 Jahren bereits in die Rentenpolitik einmischen darf, muss und will.

„69“ sollte kein Renteneintrittsalter sein!

„Derzeit wird das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. (…).
Ferner soll das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent des Durchschnittslohns sinken
(derzeit knapp 48 Prozent).“ (ntv)
Selbst 67 Jahre ist bereits eine hohes Alter, um sich endlich in den wohlverdienten Ruhestand zurück zu ziehen, nach über 45 Jahren getaner Arbeit.
Hierfür 48% des durchschnittlichen Lohns zu erhalten bzw. in zukünftigen Generationen lediglich 43%,
ist lediglich mit Stillschweigen zu kritisieren, da einem für derartige Zustände angemessene Worte fehlen.

Nochmals entsetzlicher verhält es sich mit den jüngsten Berechnungen der Bundesbank, nach Welchen das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre angehoben werden müsste.
Die Begründung seitens der Bundesbank bezieht sich auf steigende Lebenserwartungen sowie hierzu parallel sinkende Geburtenraten, welche das Rentenniveau auf bis zu 40% fallen lassen könnten – entgegen des Vorhabens, bei 43% zu stagnieren.
Daher lautet der Vorschlag, die Arbeitszeit zu verlängern, um dann ein Rentenniveau von 44% zu erreichen.
Fast 50 Jahre Arbeit, für 44%?!
(Ein kurzes Rechenbeispiel: 8,50€ (Mindestlohn) * 40 Std. pro Woche *  Vier Wochen pro Monat  = 1.360 Euro (Brutto, pro Monat).
1.360 * 0,44 = 598,40 Euro (Rente, brutto, pro Monat) – für 50 Jahre Arbeit?!

Rente muss sich wieder lohnen!

„Was tut ein englischer Rentner?
Er steht um 9 Uhr auf, trinkt ein Glas Scotch und geht zum Golfspielen.
Und ein französischer Rentner?
Er steht um 10 Uhr auf, trinkt ein Glas Bordeaux und geht zu seiner Freundin.
Und ein deutscher Rentner?
Er steht um 7 Uhr auf, nimmt seine Herztropfen und geht zur Arbeit!“
(Quelle: Facebook)
Eigentlich ist dies nur ein Witz – richtig, EIGENTLICH.
Denn für viele Rentner in Deutschland, welche sich im Ruhestand befinden sollten, ist dies bitterer Alltag.
Wie kann das sein?
Wie kann es sein, dass die tragenden Säulen des Sozialsystems nicht gewürdigt werden?
Wie kann es sein, dass Debatten um Susanne Neumann erst „gehyped“ werden, um anschließend schnellstmöglich in Vergessenheit zu geraten und das, was diese Frau ansprach – nämlich Tatsachen – niemanden mehr interessiert?
Diese, die Zustände der deutschen Rentner beschreibenden – Tatsachen gehen beim besten Willen zu weit und haben längst nichts mehr mit Ruhestand zu tun.

Um sich einigermaßen über Wasser halten zu können, sind viele auf Sozialhilfe angewiesen, greifen zu drastischen Sparmaßnahmen, müssen weiterhin einer Beschäftigung nachgehen oder Pfandflaschen sammeln.
50 Jahre Arbeit – 0,25 Cent Lohn.
Das Pfandsystem mag für einige lästig sein, das Sammeln von Flaschen, das Abgeben, der streikende Automat usw. – doch Pfandflaschen sind nicht nur gut für die Umwelt, nein, sie sind auch eine Art Rentenreform / Existenzsicherung – und das in einem der modernsten Staaten der Welt, das muss man sich mal vorstellen!
Ohne Sie wäre das Leben einiger Rentner wohl um einiges dramatischer, als es ohnehin bereits ist.
Parallel hierzu erhalten diejenigen, welche für die aktuelle Rentenpolitik verantwortlich sind, bereits hohe Pensionen und die gegenwärtigen Volksvertreter und Leiter aktueller Rentenreformen erhöhen sich in regelmäßigen Abständen die Diäten, um ebenfalls mit einer möglichst hohen Pension in den – für sie wahren – Ruhestand zu gehen.
Vielen Dank liebe Politiker, Herr Schmidt (71) wird beim nächsten Griff in die Mülltonne an sie denken…

Altersarmut                          Für viele Rentner ist dies Alltag… (derwesten.de)

Auch eine – gezwungenermaßen – auszuübende Tätigkeit im Alter bzw. nach dem Renteneintritt, kann nicht Sinn und Zweck eines Sozialsystems und vor allen Dingen nicht Ziel von 50 geleisteten Arbeitsjahren sein.
Natürlich ist nicht gesagt, dass alle Rentner dies gezwungenermaßen machen (müssen), doch ich wage mit Sicherheit zu behaupten, dass sich unter Ihnen viele Tummeln, die bereits Voltaren als Bodylotion verwenden müssen,
sie aber des Geldes wegen gezwungen sind, zusätzlich bzw. weiterhin tätig zu werden.

Für mich – als ein Vertreter eines Teils der jungen Generation – sind derartige Zustände beängstigend, denn ich lebe in diesem System, werde täglich mit diesen Gegebenheiten konfrontiert und bin somit gezwungen,
wenn auch un- bzw. unterbewusst, mich mit meiner Zukunft und der Existenzängste auseinander zu setzen.
Ob dies förderlich für zukünftige Generationen ist, wage ich zu bezweifeln.


Denkt an die Kinder…

„Diggah ich wird Harzer Junge, was los, Staat bezahlt (…)“ – ist als Aussage grundlegend keinem zu verdenken,
da dem in einigen Fällen leider tatsächlich so ist.
Nur vergisst der Staat, wer dieses Prinzip finanziert und legitimiert den Missbrauch des Systems.
Es ist schier unmöglich, mit derartigen Entwicklungen langfristig ausreichend neue Generationen zu finden,
die dieses Prinzip weiterhin aufrechterhalten, sofern die Gegenstimmen bereits jetzt unüberhörbar erklingen.

Was ich daher in den Debatten der Rentenpolitik und Rentenreformen stets vermisse, ist der Einbezug der jungen Generation.
Selbstverständlich ist die Rentenpolitik primär die Rentner und die aktuellen Beitragszahler betreffend,
da diese auf Grund der Umlagefinanzierung miteinander in Verbindung stehen.
Auf Absolventen der höheren Klassen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, Studenten, Azubis und Ähnliche kann eine derart desolate Rentenpolitik hingegen ebenfalls nicht förderlich wirken – falls doch, würde mich dies sehr verwundern.
Daher bedarf es für eine erfolgreiche Rentenpolitik immer den Einbezug aller Generationen, da diese umlagefinanziert ist und es deshalb die Berücksichtigung der zukünftigen- sowie der derzeitigen Zahler, als auch der aktuellen und zukünftigen Rentner bedarf.
Wenn unsere Großeltern bereits wenig Rente bekommen, unsere Eltern negative auf Ihren Ruhestand blicken und sich die Lage stets massiv verschlechtert, wie es täglich den Medien zu entnehmen ist, wie will man dann die Motivation der jungen Generation gewährleisten, sich um Arbeit zu bemühen und mit Fleiß durchs Leben zu gehen, sofern bereits vor Arbeitsbeginn stets davon gesprochen wird, dass sich die geleistete Arbeit im Alter nicht auszahlt?
Kann dies förderlich und zukunftsorientiert für die Erhaltung des Sozialstaats sein?
Wie möchte man zukünftige Generationen zur Arbeit motivieren, wenn Ihnen bereits vor Berufseinstieg zugetragen wird, dass es  keinen Nutzen haben wird und warum wundert man sich anschließend über steigende (Jugend)Arbeitslosigkeit?

Reformen abschaffen und Renten schaffen

Das Alterseinkünfte-Gesetzt existiert seit 2005 und bezeichnet ein System, welches in jährlichen Abständen, den Steuerfreien Anteil der gesetzlichen Rente verringert.
2005 (Einführungsjahr), lag der steuerfreie Anteil der Renten bei  50%, 2006 bei 48% usw. bis 2020, ab dann jährlich sinkend um einen Prozentpunkt. Dies bedeutet logischerweise, das Jahr für Jahr ein steigender Anteil der bezogenen Rente versteuert werden muss – ab 2040 100% der Rentenbezüge – sprich die Rente wird automatisch stets weniger, mit einem einzigen Beschluss, von dem fast niemand weiß, aber viele Betroffen sind und der Weilen wie ein Download im Hintergrund dahinexistiert.
Final bedeutet dies, dass von der ohnehin schon sehr gering überwiesenen Rente immer mehr Abgaben geleistet werden müssen.
Fakt: „Der aktuellen Steuerpolitik der Bundesrepublik zu Folge sind Arbeitnehmer, wie auch Rentner die leidenden, „Dummen“ der Nation.“
Immer auf den Mittelstand lautet die Devise.

Ein derartiges vorgehen bzw. derartige „Reformen“ können nicht zielführend und erst recht nicht im Sinne der Allgemeinheit sein, in dessen Sinne die von Dieser gewählten Politiker eigentlich handeln sollten.
Es bedarf keiner solcher „Reformen“, sondern tatsächlicher und lohnenswerter Renten!

„Und führe uns nicht in die Abschlagsfreie Rente mit 63, sondern erlöse uns von der Nahles“

Abschlagsfreie Rente mit 63?!
„Hört doch endlich mit dem Gejammer auf, dass vielleicht 50.000 Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen – nänänänä…“
Einen S***** machen 50.000 Arbeitnehmer, 163.000 waren es allein 2014 (kurz nach Beschluss)!
Das macht 600 Mio. Euro zusätzlich.
Ende 2015 seien – unter Berufung auf Spiegel-Informationen – knapp 500.000 in die vorzeitige Rente mit 63 gegangen.
Das entspricht dem Zehnfachen, als Frau Nahles „Vermutung“.

Bei der Rente mit 63, ist hingegen auch nicht alles Gold was sich „Rente“ nennt.

Die 24 Monate, die ein Rentner dank des Gesetztes nun eher in Rente gehen kann, werden weniger.
Denn die Rente mit 63 gilt nur für die Jahrgänge 1949 -1952, ab dann wird das Renteneintrittsalter pro Jahr um zwei Monate angehoben, bis es ab  dem Jahr 1964 wieder bei 65 Jahren liegt.
Fachkräftemangel staatlich gefördert, dank des vorgezogenen Rentenalters, welches nur für einen geringen Teil der Bevölkerung gilt, das Rentenniveau trotzdem erschreckend niedrig ist und die restliche, noch arbeitenden Bevölkerung die Mehrausgaben zu tragen hat.
Ob zwei Jahre mehr oder weniger gearbeitet wird, so wage ich zu bezweifeln, interessiert einen bevorstehenden Rentner in Deutschland wenig, eher ist die Abschlagsfreie Rente mit 63 ein Kompromiss
„ob ich mit 65 nichts bekomme oder mit 63 nichts bekomme – dass ist dann auch egal!“.
Bei Letzterem hat man immerhin zwei Jahre mehr Ruhe…

In der Gesamtheit glaube ich, dass es fairer und zielführender wäre, das Rentenniveau anzuheben,
statt das Eintrittsalter zu senken.
Mehr Rente, statt mehr Jahre wenig Rente!

Ich wünsche mir eine bessere Zukunft

Ein 21-Jähriger äußert sich zur Rentenpolitik – ein, für einige, wohl ungewohntes und eventuell verstörendes oder verärgerndes Bild.
Doch ich stehe dazu!
Ich stehe dazu, dass mir die gegenwärtige Rentenpolitik Sorge bereitet und mich mit einem „mulmigen Gefühl“
auf mein baldiges Arbeitsleben blicken lässt.
Wenn ich bereits heute fast täglich zu sehen bekomme, in welchem Zustand sich unsere Rentenpolitik befindet, schöpft dies wenig Hoffnung, dass sich diese Zustände zukünftig bessern werden.
Statt wahrer Reformen werden gut ausgebildete Menschen, mit viel Arbeitserfahrung, frühzeitiger in den Ruhestand geschickt, um ihnen zwei zusätzliche Jahre eine erschreckend niedriges Rentenniveau zu bezahlen.
Andererseits wird immer wieder von einem Fachkräftemangel sowie mangelndem, jungen, motivierten Nachwuchs gesprochen – kann das gut gehen?
Wenn bereits heute in (fast) allen Branchen Personalengpässe zur Tagesordnung gehören, die Krankheitstage stetig steigen (DAK-Gesundheitsbericht) und wir keine angemessene Rentenpolitik führen können,
um geleistete Arbeit ausreichend zu würdigen, wüsste ich keine Lösung, wie sich diese humanitären Zustände zukünftig besseren sollten geschweige denn wir in eine „bessere Zukunft“ blicken könnten?

Natürlich betrifft die Rente in erster Linie die Rentner und Beitragszahler, die Weitsicht ist hingegen dafür verantwortlich, wie die zukünftigen Beitragszahler denken / handeln und die zukünftigen Rentner leben.
So, wie es die aktuelle Rentenpolitik prophezeiht, möchte ich es nicht erleben und würde mir wünschen,
wenn auch gegenwärtige und baldig zukünftige Rentner dies zeitnah nicht mehr müssten!

Wie sich dieser Wunsch erfüllen könnte, ist eine schwer zu beantwortende Frage.
Viele Dingen passen nicht zusammen – Diätenerhöhungen, Steuerverschwendungen und Milliardenausgaben auf der Einen und ein, für viele, desolates Rentensystem auf der anderen Seite.
Es bedarf zur langfristigen Sicherung der Renten einer nachhaltigen Politik, sprich Reformen welche auf höhere Geburtenraten abzielen sowie eine bessere Investition in das Bildungssystem, damit der Erhalt zukünftiger Beitragszahler sichergestellt ist.
Andererseits ist es von Nöten, die Situation der derzeitigen sowie zukünftigen Rentner zu verbessern bzw. einen gewürdigten Ruhestand wiederherzustellen.
Deutschland verzeichnete 2015 enorme Steuermehreinnahmen und es wird, auf Grund einer starken Konjunktur, mit wachsenden Mehreinnahmen gerechnet.
Natürlich müssen wir trotzdem sparen, aber nicht am Menschen – nicht an der falschen Stelle! 
Es dürfen die Steuergelder nicht verschwendet werden, wie das sog. „Schwarzbuch“ (www.schwarzbuch.de) uns jährlich erneut präsentiert.
Zugegeben, auch ich habe – „auf die Schnelle“ – keine vernünftige, wahre Reform der Rentenpolitik, um die geleistete Arbeit im Alter fortlaufend zu würdigen, doch ich bin mir sicher und ein bisschen Hoffnung steckt darin, dass es eine bessere Alternative zum derzeitigen System gibt bzw. geben muss!
Man muss diese nur finden und anwenden wollen.

Ruhestand statt Rente! Lautet die Devise.
Eine Aufgabe, welcher wir uns stellen müssen und nicht nach dem Prinzip „es funktioniert ja gerade so“ handeln dürfen.

 

Wie denken Sie über dieses Thema?
Ihre Meinung zählt!

Vielen Dank

(Ergänzungen am 21.08.2016 15:19 Uhr)



Quellen: 1) http://www.n-tv.de/politik/Bundesbank-will-Rente-mit-69-article18422306.html (19.08.2016; 15:45 Uhr MESZ)

2) derwesten.de


Aus urheberrechtlichen Gründen, ist das Beitragsbild entfernt worden.
Danke für Ihr Verständnis.

2 Gedanken zu „„69“ sollte kein Renteneintrittsalter sein!

  • 22. August 2016 um 21:34
    Permalink

    Wieso bekommen Beamte ,die nichts einzahlen 1660 € Mindestrente???
    Wenn ein Arbeiter 45 Jahre einzahlt ,müsste er dann ja über 2000 € Mindestrente bekommen.
    Bekommt er aber nicht ,da unsere
    „Volksvertreter“ ja ausreichend versorgt in den Ruhestand gehen können.Auch diese „Rentengeier“ zahlen nichts für ihre Altersversorgung. Gute Nacht Sozialstaat für Arbeiter und Angestellte- hallo Selbstbedienungsladen für Beamte und andere Nichteinzahler.

    Antwort
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